Bevor du einen Produktkonfigurator entwickeln lässt, lohnt sich ein Blick auf deine Unterlagen. Entscheidend ist, dass Produktregeln, Preise und Bestellinformationen zusammenpassen. Diese Checkliste hilft, den Umfang für eine Offerte zu beschreiben. Fehlende Unterlagen sind kein Ausschlussgrund: Sie zeigen, was vor oder während der Entwicklung erarbeitet werden muss.

1. Das erste Sortiment abgrenzen

Mit welcher Produktfamilie soll der Konfigurator starten? Notiere die wählbaren Eigenschaften, etwa Masse, Farbe, Material und Zubehör. Trenne feste Varianten von frei wählbaren Werten. Bei einer Breite braucht es zum Beispiel Mindestmass, Höchstmass und Schrittweite.

Für einen Möbelkonfigurator könnten das Modulbreiten, Oberflächen und Türarten sein. Beschreibe auch, welche Eigenschaften vorerst nur auf Anfrage angeboten werden. So bleibt der erste Umfang prüfbar.

2. Erlaubte und ausgeschlossene Kombinationen sammeln

Eine Optionsliste allein beschreibt das Produkt noch nicht. Halte Abhängigkeiten fest: Welche Oberfläche gibt es bei welchem Bauteil? Wann braucht eine Konstruktion zusätzliche Teile? Welche Auswahl ist ausgeschlossen?

Eine hilfreiche Regel enthält eine Bedingung und eine Folge. Beispiel: „Wenn Zubehör A gewählt ist, muss Befestigung B in die Stückliste.“ Fachliche Vorgaben und Sicherheitsgrenzen liefert die zuständige Person im Unternehmen. Die Software setzt das vereinbarte Regelwerk um.

3. Preise mit Beispielen vorbereiten

Eine Preisliste sollte Artikelnummer, Bezeichnung, Einheit und Preis enthalten. Bei Formeln braucht es zusätzlich die Berechnungsregel. Kläre, ob angezeigte Preise Mehrwertsteuer, Zuschläge oder Montage enthalten sollen.

Bereite einige von Hand durchgerechnete Konfigurationen vor: eine einfache, eine mit Zuschlägen und eine an einer zulässigen Grenze. Diese dienen später als gemeinsame Prüffälle. Zu den Aufwandstreibern findest du mehr im Ratgeber Was bestimmt den Aufwand eines Produktkonfigurators?.

4. Modelle, Zeichnungen und Materialdaten ordnen

Sammle vorhandene CAD-Daten, technische Zeichnungen, Abmessungen und Produktbilder. Für Oberflächen helfen eindeutige Materialnamen und verfügbare Muster oder Bilddateien. Ob sich vorhandene Modelle für den Browser eignen, wird vor der Umsetzung geprüft.

Fehlen 3D-Daten, wird die Erstellung separat im Umfang berücksichtigt. Fotografien allein beschreiben beispielsweise nicht jede verdeckte Fläche oder jedes Mass. Mehr dazu erklärt der Ratgeber zur 3D-Produktvisualisierung.

5. Anfrage und Warenkorb unterscheiden

Soll dein Team jede Auswahl zunächst prüfen und offerieren? Dann muss die Anfrage die gewählten Eigenschaften eindeutig enthalten. Soll direkt bestellt werden, kommen Anforderungen an Artikelzuordnung, Preisprüfung, Verfügbarkeit, Versand und Checkout hinzu.

Notiere dein Shopsystem und relevante Erweiterungen. Für einen Shopify-Produktkonfigurator prüfen wir die Übergabe passend zu deinem Setup. Eine Gegenüberstellung der Aufgaben findest du im Ratgeber zu Shopify, Shopware und WooCommerce.

6. Das Ergebnis für dein Team festlegen

Wer arbeitet nach der Kundenanfrage mit den Daten weiter? Vertrieb, Einkauf und Werkstatt benötigen oft unterschiedliche Informationen. Lege fest, ob eine Zusammenfassung genügt oder Artikelnummern, Mengen, Masse und eine Stückliste übergeben werden sollen.

Wenn Daten an ERP oder CRM gehen sollen, gehören die benötigten Felder, die Übertragungsrichtung und der Umgang mit Fehlern in die Beschreibung. Eine vorhandene Schnittstelle muss für diese Aufgabe geeignet sein; ihr Name allein reicht nicht.

7. Pflege und Freigabe organisieren

Bestimme, wer Preise, Materialien und Regeln pflegen darf. Kläre auch, wer Änderungen fachlich freigibt und wie neue Sortimente getestet werden. Eine neue Farbe ist meist eine andere Änderung als ein neues Konstruktionsprinzip.

Drei Prüffälle für dein erstes Sortiment

Eine kleine Auswahl durchgerechneter Beispiele macht die Anforderungen prüfbar. Für einen Modulschrank könnten diese drei Fälle den Einstieg bilden:

Prüffall Auswahl Was dein Team kontrolliert
Einfacher Aufbau Module und eine Standardoberfläche Masse, Darstellung, Produktpreis und Bauteile passen zusammen.
Zusätzliche Ausstattung Eine Front oder Zubehör Die dafür nötigen Teile und Zuschläge erscheinen im Ergebnis.
Zulässige Grenze Das kleinste oder grösste erlaubte Mass Der erlaubte Wert funktioniert; eine unzulässige Auswahl wird abgefangen.

Die zulässigen Masse und Kombinationen kommen aus deinen Produktunterlagen. Gemeinsam legen wir fest, welches Ergebnis jeder Prüffall liefern muss. Wie daraus eine bearbeitbare Anfrage wird, beschreibt der Ratgeber Vom Konfigurator zur Bestellung.

Unterlagen für die erste Besprechung

  • Eine abgegrenzte Produktfamilie mit Varianten und Massen.
  • Eine aktuelle Preisliste und durchgerechnete Beispiele.
  • Bekannte Regeln und ausgeschlossene Kombinationen.
  • Vorhandene Modelle, Zeichnungen und Materialunterlagen.
  • Die Website oder das Shopsystem mit wichtigen Erweiterungen.
  • Eine Beschreibung der gewünschten Anfrage oder Bestellung.
  • Eine Ansprechperson für die fachliche Freigabe.

Du musst dafür kein umfangreiches Pflichtenheft schreiben. Eine geordnete Tabelle und ein paar Beispiele reichen für die erste Besprechung. Daraus lässt sich klären, welche Anforderungen eine bestehende Konfigurator-Software abdeckt und was individuell entwickelt werden sollte. Den Ablauf der Umsetzung findest du unter Produktkonfigurator erstellen lassen.